theHacker's Blog
– It's just a glitch in the Matrix –
1

Nischenseiten-Challenge 2020 – Von Domains, Themes und Plugins

Dies ist mein zweiter Post zur Nischenseiten-Challenge, die sich über 13 Wochen erstreckt. Wir befinden uns gerade am Ende von Woche 2.

Im Artikel erzähle ich über die Nischenfindung, die WordPress-Installation und meine Erfahrungen mit einigen Themes und Plugins.

Ein paar Worte an die anderen Teilnehmer

Bevor ich nun anfange, über meine Tätigkeiten und Erfahrungen der letzten 2 Wochen zu berichten, möchte ich kurz ein paar Sachen loswerden:

Ich war sehr positiv überrascht von der großen Menge an Kommentaren zu meinem ersten Bericht. Bislang sind meine Blog-Artikel meist komplett ohne Kommentare und wenn mal eine Benachrichtigung über neue Kommentare kommt, ist es immer Spam.

Da ich jetzt nicht wirklich an jeden Kommentar ein „Danke für deinen Kommentar“ schreiben wollte, hier ein gesammeltes Danke an alle, die meinen Beitrag gelesen haben.

Und ja, man kann einen Cookie-Hinweis auch ungewöhnlich ansprechend gestalten und nicht einfach nur ein 08/15-Standard-Ding einblenden, was im Internet an jeder Ecke rumgammelt 🙂

Ebenso habe ich die meisten (alle?) Artikel von euch gelesen. Ich wusste nicht wirklich, was ich als Kommentar schreiben sollte. Ein „Hi, hab deinen Beitrag gelesen. Dir auch viel Spaß und Erfolg“ wollte ich nicht bei jedem rein-copy&pasten.

Am Anfang war das Whiteboard

Absolut erster Akt in der Nischenseiten-Challenge ist das Aufstellen des Whiteboards im Wohnzimmer.

Hä?! Ja, du hast richtig gelesen. Wer schon mal House M.D. gesehen hat, weiß, dass es nicht ohne Whiteboard geht. Ob ich ein Web-UI skizziere, Stichpunkte ordne, verschiedene Use-Cases zu einer sinnvollen API mach… das passiert alles auf einem meiner Whiteboards.

Ich habe für die Nischenseiten-Challenge mir die Timeline auf das Board gemalt, sodass ich einen Überblick habe, wo wir gerade stehen.

Ich habe allerdings bewusst nicht wie Peer alles schon vorgeplant, wann ich was machen muss. Das hat mehrere Gründe. Zum einen werde ich sicherlich einen vorgefertigten Zeitplan nicht einhalten können und zum anderen passt Peers Plan auch nicht wirklich. Z. B. macht der Punkt „Social Web“ bei mir überhaupt keinen Sinn, da ich strikter Gegner von Gesichtsbuch & Co bin.

Teil 1: Die Nische

Nischenfindung

Die erste Aufgabe war in Woche 1, eine passende Nische zu finden.

Ganz ehrlich… ich habe keine Ahnung, wie die anderen Teilnehmer sich diese ganzen Themen ausdenken können. V. a. bei Peer, der gerne berichtet, er könne sich dieses Thema vorstellen, oder dieses, oder dieses…

Ich kann nicht über etwas schreiben, über das ich keine Ahnung hab. Z. B. könnte ich nie eine Nischenseite über irgendwelche Reisen machen zu einem bestimmten Ort (damit es eine Nische wird, muss es ja gezielt um einen Ort gehen). Anderes Beispiel, was mir grade so spontan einfällt: Pool-Pumpen. Ja, ich habe keinen Pool, aber selbst wenn ich einen hätte, hätte ich doch nur eine einzige Pool-Pumpe und kann keine Produktvergleiche und Erfahrungsberichte über eine ganze Menge von Pool-Pumpen schreiben.

Mein Wissen beschränkt sich eigentlich auf die IT. Welche Produkte kann man da bewerben? Mir ist da nicht viel eingefallen. Schon während der vergangenen beiden Nischenseiten-Challenges habe ich überlegt, welche Nische ich nehmen würde, wenn ich mitmache. Ich habe bis dahin auch nur eine Idee gehabt und mit dieser Idee geht ich jetzt in die Challenge 2020.

Als Besitzer von zwei Synology-NAS-Systemen und regelmäßigem Leser der News und neuer Produkte von Synology, trau ich mir zu, eine ganze Webseite nur darüber zu machen.

Keyword-Suche

Da für mich das Thema klar ist, ist bei mir die Nischenfindung eher die Fragestellung „Wie zieh ich die Sache auf?“.

Market Samurai

Als Tool habe ich wollte ich Market Samurai einsetzen, wie es Peer schon des Öfteren empfohlen hat. Absoluter Bullshit! Das Tool selber kann man nicht direkt herunterladen, sondern muss erstmal seine eMail-Adresse dafür hergeben.

Danach kann man ein Zip-Archiv mit HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien herunterladen. Um das Ding zum Laufen zu bringen, benötigt man Adobe Air (eine Laufzeitumgebung, um diese Webseiten-Dateien als eigenständige Anwendung laufen zu lassen).

Adobe Air wird allerdings bereits seit Juni 2011 nicht mehr weiterentwickelt.

Official support for desktop Linux distributions ceased in June 2011 with version 2.6.

Wikipedia-Artikel zu Adobe AIR

Satz mit X, war wohl nix. Aber das war noch nicht alles. Zum Dank, dass man seine eMail-Adresse eingegeben hat, bekommt man zusätzlich zum Download-Link zur Gratis-Testversion noch jede Menge Spam. Tooles Tool… 🤬

Google Trends

Für mich war seit dem Start klar, dass meine „Nische“ nicht wirklich eine Nische ist, weil das ganze Internet voller Seiten zu Synology-NAS-Systemen ist. Ich habe sogar eine direkte Konkurrenz-Nischenseite auf Platz 3 oder 4 in Google gesehen. Drum meine Aussage im letzten Artikel, dass ich das auch eher als eine Art Experiment sehe.

Ich hatte kurz überlegt, Vergleiche zwischen Synology und QNAP zu machen, diesen Gedanken aber schnell wieder verworfen. Da ich keine QNAP habe (auch wenn ich mich da auch viel belesen hab), könnte ich da nicht guten Gewissens drüber schreiben. Geht einfach nicht.

Als großer Verfechter von verantwortungsvollem Umgang mit den eigenen Daten sehe ich im Thema „NAS“ eine Nische „NAS benutzen, um eine private Cloud aufzubauen“.

Ich beschloss, Google Trends zu benutzen, um die Suchbegriffe zu vergleichen. Während die Begriffe „Synology“ und „QNAP“ ordentlich gesucht werden, habe ich mit „eigene Cloud“ oder „private Cloud“ nicht wirklich gute Karten. Ich hab versucht, das Wort „zuhause“ einzubauen, aber da geht das Suchvolumen gegen Flatline.

Was mich auch stört – aber in der IT so üblich ist – dass ich englische und deutsche Wörter mische. Eine Cloud ist aber nun mal eine Cloud und keine Wolke. Entsprechend müsste ich von der „eigenen Cloud“ schreiben.

Das Schöne an der „privaten Cloud“ ist, dass man das Wort „private“ deutsch und englisch zugleich lesen kann. „private cloud“ ist also zu 100% englisch. Für eine deutsche Seite nicht perfekt, aber zumindest einheitlich. Und – da spiel ich wieder die IT-Karte – für ein technisches Thema ja nicht verkehrt, wenn der Titel englisch ist.

Dasselbe gilt, wenn man aus „zuhause“ ein englisches „home“ macht. Im Vergleich zu „private cloud“ hat „home cloud“ wesentlich höheres Suchvolumen. Und genau diese Botschaft möchte ich eigentlich ja auch vermitteln: Die eigene Cloud zu Hause im heimischen Wohnzimmer.

Domain

Um die Domain zu finden, habe ich dann nur noch mit united domains eine Domainsuche nach „home-cloud“ gemacht und eine Liste aufgestellt mit verschiedenen TLDs, die noch frei waren und ich für sinnvoll hielt. Die Liste wurde dann im Hinblick auf den Preis auf eine Domain reduziert, die ich dann gleich reserviert habe:

https://home-cloud.rocks

Teil 2: WordPress

Mit der Domain konnte ich nun endlich loslegen, was zu arbeiten. Ich habe WordPress installiert und die nächsten drei Tage verschiedene Themes und Plugins ausprobiert.

Einerseits finde ich es genial, was einzelne Themes und Plugins alles leisten können. Auf der anderen Seite ist es erschreckend, wie das alles programmiert ist. Ein Beispiel:

Ausflug: WordPress-Plugin „Advanced Ads“

Ich hatte das Plugin Advanced Ads installiert. Wie die meisten Plugins ist es gratis, bietet aber Premium-Funktionalität an, die kostet, um die sinnvollen Funktionen zu bekommen. Es wirbt aber damit, dass man zwei zusätzliche Module bekommt, wenn man den Newsletter abonniert. „Ok“, denke ich mir, „von den 10 oder so Modulen würde ich jetzt eigentlich nur eins wirklich brauchen, als lässt du dir halt den Newsletter schicken“.

Ich klicke also den Knopf an und fall aus allen Wolken, als plötzlich dasteht „Wir schicken Ihnen den Newsletter an xxx@meine-neue-domain„. 😲 Das Plugin hatte meine eMail-Adresse aus dem Admin-Account genommen (das war kein Dummy, sondern eine echte gute Adresse!) und an den Plugin-Hersteller übertragen. Keine Nachfrage, keine Datenschutzerklärung, nix! Theoretisch ist diese eMail-Adresse jetzt im Eimer!

In meinem eMail-Programm hab ich schon eine Mail liegen gehabt, um den Newsletter zu bestätigen. Mit viel Glück haben sie die Adresse aus ihrer Datenbank gelöscht. Sicher kann ich mir aber nicht sein.

Mit diesem Wissen beschloss ich, es nochmal zu machen, diesmal aber eine Dummy-Adresse zu verwenden. Also Plugin deaktiviert, Plugin deinstalliert, Plugin nochmal installiert und vorsichtshalber die eMail-Adresse des Admin-Accounts geändert.

Jetzt kommt der nächste Hammer: Der Button für den Newsletter war nicht mehr da!? Ich habe das Plugin doch frisch installiert, woher soll es wissen, dass ich den Button (mit einer anderen Adresse) schon gedrückt hatte? Um diese Frage zu beantworten, musste ich den Quellcode des Plugins lesen. Dadurch hab ich erfahren, dass das Plugin ein Flag in die WordPress-Datenbank an den Nutzer schreibt. D. h. trotz Deinstallation werden die Daten des Plugins nicht sauber entfernt!

Ich habe dann mit passenden SQL-Statements das Flag aus der wp_usermeta-Tabelle entfernt. Danach hab ich den Button nochmal gedrückt. Diesmal bekam ich keine Bestätigungsmail. Vermutlich ignorieren sie Dummy-Adressen komplett. Ok, Sackgasse.

Einen letzten Versuch hab ich noch unternommen. Zum dritten Mal nun dasselbe Spielchen: Plugin deaktiviert, Plugin deinstalliert, Plugin wieder installiert und den verwaisten Eintrag in der wp_usermeta-Tabelle entfernt. Nun habe ich die eMail-Adresse des Admin-Accounts auf eine Dummy-Adresse mit einer Non-Dummy-Domain gebogen. Nach dem Drücken des Newsletter-Knopfs kam dann auch wieder die eMail. Ich bestätige also den Newsletter und erwarte einen Code, mit dem ich die zwei versprochenen Module auswählen kann.

Verarscht! Man kann gar nicht wählen, sondern bekommt zwei bestimmte Module geschenkt. Nämlich genau solche, die man garantiert nicht brauchen kann. Ok, eMail-Adresse gelöscht.

Das um nur eine Erfahrung im Detail zu schildern…

Themes und Plugins

Ich habe mehrere Themes und Plugins ausprobiert. Das obige Problem, dass die Plugins nach Deinstallation nicht sauber aufräumen, habe ich bei mehreren beobachten können. Das AdRotate-Plugin hat sogar das Dateisystem meines Servers vollgemüllt und am Ende nicht mehr weggeräumt.

Nach mehreren ausprobierten Themes und Plugins habe ich nun eine kleine Liste, was ich einsetzen will.

Themes

Themes habe ich mir Astra, Rara Business und Colibri WP angeschaut. Meine Wahl fällt hier auf Astra. Es ist einfach und hat nicht viele Einstellungsmöglichkeiten.

Astra und Rara Business sind optisch und funktional sehr ähnlich. Meine Entscheidung fällt deshalb auf Astra, weil es im Gegensatz zu Rara Business auch benutzbar bleibt, wenn man nicht das zugehörige Plugin installiert. In Kombination mit dem (theme-unabhängigen) Ultimate Add-Ons für Gutenberg-Plugin habe ich dieselben Bausteine, die ich für die Startseite brauch.

Colibri WP ist viel zu komplex. Es bringt seinen eigenen Editor mit, der den offiziellen WordPress-Customizer komplett ersetzt. Selbst wenn man sich die ganzen Optionen alle antut, würde es dennoch ohne die kostenpflichten Features wohl keinen Spaß machen.

Plugins

Ich habe das Yoast SEO-Plugin der Neugier halber mal installiert. Es ist nicht so invasiv und scheint auch ohne Premium zu helfen. Vorsicht ist hier geboten, da alle Links und Buttons, die einem das Plugin zeigt, die auf Hilfe-Artikel gehen, derart manipuliert sind, dass sie Daten über Server und WordPress an den Plugin-Macher mitsenden. Arbeitet man im Browser mit „Adresse des Links kopieren“, kann man die gefährliche URL aber vorher bearbeiten.

Um ein Kontaktformular einzubauen, werde ich WPForms Lite verwenden. Problematisch an diesem Plugin ist, dass das Captcha-Feature kostenpflichtig ist. In der Gratis-Version könnte man sich gegen Spam nur mit ReCAPTCHA schützen, was aber datenschutztechnisch nicht in Frage kommt. Das werde ich ausprobieren und im Worst-Case nochmal nach einem anderen Plugin suchen oder das Plugin eben hacken und das Captcha selber einbauen.

WP Product Review Lite, was von Peer für Produkt-Reviews angepriesen wird, habe ich ausprobiert. Das taugt nichts. Man kann nur fixe Boxen unten im Post anbringen – zumindest in der Gratis-Version. Das krieg ich mit Block Lab auch hin und ich hab dann kein englisches „Pros“ und „Cons“ dastehen.

Um später auch Produkte anbieten zu können, habe ich drei verschiedene Plugins ausprobiert: Advanced Ads (s. o.), Ad Inserter und AdRotate.

Ad Inserter hat ein sehr merkwürdiges Interface mit 96 fixen Slots und ist mehr für automatische Platzierung. AdRotate geht noch mehr Richtung automatisches Platzieren. Es wäre für meinen Use-Case overkill. Trotz meiner negativen Erfahrungen mit dem Newsletter-Button ist Advanced Ads das beste der drei Plugins.

Am Ende werde ich aber nochmal prüfen, ob ich nicht auch hier einfach Block Lab einsetzen kann. Das interessante Premium-Feature von „Ad Inserter“, von dem ich oben geschrieben hatte, sind die Statistiken, ob Werbung geklickt wurde. Vermutlich kann ich mit Block Lab mir einen allgemeinen Baustein bauen, der gleich mit meiner Matomo-Magic versehen ist und mir somit das komplette Ad-Plugin sparen. Auch hier gilt: Werd ich dann später sehen, wenn es soweit ist.

Wie gehts weiter?

Ich werde nun mein komplettes WordPress löschen und neu installieren, um den Datenmüll meiner Plugin- und Theme-Versuche zu entfernen.

Danach geht es los, Artikel zu schreiben bzw. ich stelle mir eher vor, gleich zu Beginn alle möglichen Artikel-Stubs anzulegen, damit ich schon mal die ganze Seite „auf einen Blick“ sehen kann. Artikelschreiben bedeutet dann, häppchenweise Stichpunkte zu ergänzen, umzuformulieren und dann am Ende die Stichpunkte in volle Texte umzuformen.

In meinem GitLab habe ich jetzt bereits eine Stichpunkt-Liste mit Artikeln stehen, die ich mir vorstellen kann.

Bis zum nächsten Blog-Artikel zur Challenge wird es wohl eine Weile dauern, weil das einfach sehr zeit-intensiv ist (aktuell schreibe ich seit knapp 3 Stunden an diesem Artikel).


Habt ihr auch schlechte Erfahrungen mit Plugins? Welche Plugins und Themes setzt ihr ein?

Kommentare zu diesem Artikel

  • Hallo Alexander,

    also bei Advanced Ads hast du deine Email nicht verbrannt. Ich hatte mit dem Entwickler bereits Kontakt, da ich das Plugin auch lange genutzt habe bzw. noch nutze.

    Was Theme und Plugins angeht, dazu habe ich ja in meinem aktuellen Wochenbericht geschrieben, was ich da bei meiner neuen Nischenseite nutze. Vielleicht ist da ja etwas dabei, was auch für dich interessant ist…

Schreib einen Kommentar hierzu

Deine eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht.