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Bareos will ein Bandlaufwerk (Versuch 1)

Nachdem nun meine Backup-Lösung mit Bareos soweit aufgesetzt ist, wäre es doch toll, die Backups auf Bänder speichern zu können. Dieser Schritt würde die räumliche Trennung der Backups um ein Vielfaches einfacher machen. Daneben gibt es noch den Plus-Punkt, dass Bänder sehr günstig viel Speicherplatz zur Verfügung stellen. Wo früher ich mir Gedanken machen musste, welche Dateien wichtig sind, kann ich hier einfach ganze Maschinen sichern, ohne über Platzverschwendung nachdenken zu müssen.

Der Plan ist es, dem ESXi-Host einen SCSI-Controller zu verpassen, dort das Tape-Drive anzustecken und dann das Gerät zur virtuellen Maschine, in der Bareos läuft, durchzureichen. Im Vorfeld war schon klar, dass dieser Plan unter Umständen nicht funktioniert.

VMware hat hierzu nämlich widersprüchliche Informationen in seiner Dokumentation:

eBay und Einbau

Auf eBay habe in einer Auktion günstig SCSI-Controller und Bandlaufwerk bekommen. Angeboten war ein LTO4… bekommen hab ich ein LTO3. Das is eben eBay. Egal, bei dem Preis rentiert sich Meckern nicht. Und zwei Cleaning-Tapes und das passende SCSI-Anschlusskabel waren auch noch dabei.

Zuerst musste nun der SCSI-Controller in meinem HP-Server. Installation – so dachte ich mir – denkbar einfach. Zuerst auf der Rückseite die Schrauben durch Drehen lösen (kein Werkzeug notwendig 🙂 ). Abdeckung abnehmen. Auf der Rückseite die Blende am PCIe-Slot entfernen. Das Stromanschluss-Kabel lag etwas über dem PCIe-Steckplatz. Hier ein wenig nach hinten drücken und das Kabel nach oben schieben, um den Steckplatz komplett freizumachen.

Nun die Karte einstecken…

Die Karte passt nicht rein, weil sie oben am Netzteil anstößt. Keine Chance 😐
An dieser Stelle der Hinweis: Lasst euch das eine Lehre sein. Es reicht nicht, im Vorfeld nur zu prüfen, ob das Interface passt. Doof nur, dass ich bis dahin nie den Begriff „Low Profile“ im Zusammenhang mit PCI-Karten gehört hatte.

Nun kam der Moment, wo doch Werkzeug hermusste. Zur ich hatte nix Passendes…

Ein Anruf bei meiner Mutter, eine abendliche Busfahrt und 2 Stunden später war die Karte plötzlich eine „Low Profile“-PCI-Karte. Was man mit ner Metallsäge, ner Feile und anderem Zeugs nicht alles hinbringt. An dieser Stelle nochmal danke für die schnelle Hilfe 🙂

Nun konnte ich die Karte einbauen. Weil sie nicht festgeschraubt werden kann, wackelt sie ein wenig. Der Test ergab aber, selbst wenn man bei angestecktem Kabel rüttelt, bleiben die Kontakte am PCIe-Interface trotzdem alle sicher drin.

Einrichtung in VMware

Alles wieder zusammengebaut und angesteckt und danach den Server eingeschaltet. Es gab keine Probleme beim Booten und Starten des Hypervisors. VMware zeigt mir den SCSI-Controller auch unter Speicheradapter mit internem Namen vmhba2. Allerdings keine Spur von SCSI-Geräten, die ich irgendwo an eine virtuelle Maschine hinzufügen kann. Weder im Web-Client, noch im (mittlerweile veraltetem) Windows-Client.

Im Web-Client fehlt – genauso wie vor dem Einbau der SCSI-Karte – der Menüpunkt. Der Windows-Client zeigt die Option disabled an, weil angeblich keine Geräte dran hängen. Ich habe versucht, durch direktes Manipulieren der vmx-Datei das Gerät einzustellen, aber alles ohne Erfolg 🙁 ESXi erkennt das Gerät, wie man mit einem cat /proc/scsi/aic79xx/0 rausfinden kann:

Target 2 Negotiation Settings
 User: 320.000MB/s transfers (160.000MHz RDSTRM|DT|IU|RTI|QAS, 16bit)
 Goal: 80.000MB/s transfers (40.000MHz, 16bit)
 Curr: 80.000MB/s transfers (40.000MHz, 16bit)
 Channel A Target 2 Lun 0 Settings
 Commands Queued 47
 Commands Active 0
 Command Openings 4
 Max Tagged Openings 4
 Device Queue Frozen Count 0

Mögliche Alternativen

VMware bietet noch die Möglichkeit, die komplette PCI-Karte an die virtuelle Maschine durchzureichen. Das schimpft VMware DirectPath I/O. Leider funktioniert das nicht mit meinem Server, weil der CPU der VT-d-Instruktionssatz fehlt. Mit einem Xeon würds gehen, nicht aber mit einem Celeron.

Die einzig andere Alternative, die ich noch sehe – und man auch auf vielen Webseiten im Internet als bessere Lösung zum Hintricksen an eine virtuelle Maschine findet: Das Bandlaufwerk an einen designierten physikalischen Host anschließen. Nachteil is hierbei halt, dass so ein Kasten wieder zusätzlich Strom frisst und Lärm von sich gibt (is das Bandlaufwerk schon nicht grade leise).

Fortsetzung folgt… (so hoffe ich doch)

25. April 2017

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